Meine Gedanken zum 9. November - 25 Jahre Mauerfall
Heute ist ja der 9. November, ein
geschichtsträchtiger Tag.
Na, viele werden sagen, jetzt fängt die auch schon wieder an mit dem ganzen Einheitsgedröhne, aber keine Angst, ich will niemanden langweilen..fg, hab ja selber die Nase voll, denn wenn man Rundfunk und Fernsehen einschaltet, hört man ja nun echt nur noch dieses Einerlei...und dabei sollten die Politiker mal überlegen, was sie so verzapft haben und noch tun. Dieses Geld, was sie heute raushauen für die Feierlichkeiten, das hätten sie etwas besserem zukommen lassen können, da gibt’s wirklich vieles, wo es angebrachter wäre.
Und ich , als gebürtiger sogenannter „Ossi“ , ich sehe alles von einer ganz anderen Warte . Sicher, es war ein denkwürdiger Tag, wo die Menschen wieder zueinander gefunden hatten, die diese menschenunwürdige Grenze jahrzehntelang getrennt hatte, ich weiss wie es ist, wenn Brüder und Schwestern, Eltern und Kinder. durch eine Grenze getrennt waren und sich nur selten gesehen haben. Grade ich habs ja am eigenen Leibe erfahren, ich war 1988 zum ersten Mal zu Besuch bei meinen Eltern.
Nun viele Ostdeutsche hatten ein verkehrtes Bild vom Leben im Westen, da ihnen meistens im Fernsehen doch nur eine heile Welt vorgegaukelt wurde. Ich selber bin ein sehr kritischer Mensch, der mit offenen Augen durch die Welt geht und habe bei meinen zwei Besuchen, die vor der Grenzöffnung waren, nicht nur das Schöne gesehen, und in manchem Gespräch mit Arbeitskollegen hab ich oft gesagt, seid froh, dass hier keine Arbeitslosigkeit ist, wer weiss, wie es manchem gehen würde...tja, heute sehen es viele ein, was ich damals gemeint habe.
Dieser Staat DDR, der heute so verdammt wird, er war ein Regime der alten Männer, und wir, die wir 1989 im Herbst auf die Strasse gegangen waren, ja, auch ich war dabei, wir wollten eine Erneuerung dieses Staates, wir wollten mehr Recht und Freiheit, aber wir sind damals nicht Montags in die Kirche und haben nach der Veranstaltung unsere Kerzen in den Händen getragen, weil wir den Staat stürzen wollten. Es war eine friedliche Revolution, und manchmal denke ich daran, wie Menschen endlich mal den Mut hatten, ihre Meinung offen zu sagen und dies auch nun auch taten.
Glaubt mir, ich denke manchmal noch daran, wie ein Zug von vielen hundert Menschen durch unsere Kleinstadt in der Nacht gezogen ist, jeder eine Kerze in der Hand und am Ende haben wir diese vor dem Kreistagsgebäude abgestellt, ein wenig Angst hatten wir alle im Nacken, weil die Präsenz der Stasi da war, aber es blieb friedlich, es kam zu keinerlei Eskalation und das, meine Lieben,das war das bewundernswerte im Herbst 1989, so eine Revolution hat es bisher noch nie gegeben und ich glaube, die wird es auch nie wieder geben.
Und ehrlich gesagt, wir wussten alle nicht, was auf uns zukommt , aber wir hatten alle Mut gefasst, um uns nicht mehr bevormunden zu lassen und hatten ein Ziel, eine Reform unseres Staates.
Ja, dann kam dieser denkwürdige Tag, mit dem Ende der täglichen Pressekonferenz, die sich jeder im Fernsehen anschaute, Schabowskis letzte Worte, nachdem er einen Zettel in die Hand gedrückt bekam und vor las, und nun sassen wir erst mal alle wortlos vor dem Kasten, was war damit gemeint...Freunde angerufen, und die waren genauso sprachlos.
Irgendwie konnten wir das nicht so richtig verarbeiten und nun wussten wir gar nicht so recht, was da los war. Ja, wir haben dann Pläne gemacht, wann wir mal rüber fahren würden und wollten auch gleich für Weihnachten einreichen...haben uns mal so richtig betütelt und sind ins Bett... Ja, das war mein 9. November.....ggg
Als wir am Morgen aufgestanden waren, ich den Radio an und da hörte ich, die Mauer war gefallen... was, wie wo, wer...ich rief meinen Mann und schrie: Die Mauer is weg... dann hörten wir immer wieder, was in der Nacht in Berlin geschehen war... und glaubt mir, es flossen viel Tränen....und ich glaube am 10. November hat keiner in der DDR einen Handschlag gemacht, weil alle es kaum fassen konnten.
So viele strahlende und glückliche Menschen habe ich in meinem ganzen Leben nicht gesehn und werd das auch nie mehr erleben. Keiner dachte erst mal daran, was auf uns zu kommen könnte, jeder sah nur eines, die Mauer ist gefallen und das Leben hatte sich von einer Minute auf die andre verändert.
Was dann alles auf uns einstürmte, das wäre zu viel, zu erzählen, ihr wisst es selber, diese strahlenden Gesichter sind verschwunden, der Hass aufeinander hat zugenommen, obwohl es viele nicht richtig wahrhaben wollen. Manche möchte gerne wieder eine Mauer, weil sie die Ostdeutschen für vieles verantwortlich machen. Die einzigen die den Kopf doch hoch tragen und feiern können, das sind die Politiker, dabei sollten sie sich schämen, wo sind ihre blühenden Landschaften geblieben, ja die Grosstädte haben sie fein gemacht, aber auf dem Lande ist doch vieles nicht anders geworden, nur dass die Menschen grösstenteils keine Arbeit haben und deshalb viele abwanderten in den „GoldenenWesten“, wo sie als billige Arbeitskräfte ja sehr begehrt waren.
Das sind meine Gedanken zum 25. Jahrestag des Mauerfalles.
Nun ich sehe nicht alles schwarz, es hat viel positives mit sich gebracht, diesen Staat DDR, den möchte ich nie wieder haben und nicht alle Menschen sind gegeneinander.
Ich selbst habe viele Menschen kennengelernt, mit denen ich auch oftmals über die früheren Zeiten rede, weil ich merke, dass die Information über das Leben in der DDR sehr einseitg waren und da echt viel Nachholebedarf besteht..
Und nun noch eines, ohne den Mauerfall hätte ich Euch, meine lieben Freunde nie kennengelernt, und das werte ich schon als positiv...gut es gibt auch noch vieles andre, aber das war mir mal ein Bedürfnis zu sagen.
Nun hab ich halt mal meinen Gedanken freien Lauf gelassen, stossen wir im Geiste doch mal darauf an, dass wir alle doch gleich sind, ob Ost oder West, ob Schwarz oder Weiss... wir atmen die selbe Luft, sehen die gleiche Sonne und wollen doch nur eines, in Frieden glücklich zusammen zu leben. Mehr will ich nicht, denn dieses Leben ist kurz und es könnte so schön sein, wenn sich alle Menschen auf dieser Erde vertragen würden und miteinander , nicht gegeneinander , zusammenleben würden.
Ich möchte wieder mal so lachende Gesichter erleben, wie am 10. 11.1989, wo fremde Menschen aufeinander zugehen, sich in die Arme nehmen und einfach glücklich sind.
Nun hoffe ich, Ihr fandet meinen Beitrag nicht allzu langweilig, aber ich denke mal, ich spreche für viel.
Dank Euch, Ihr Lieben , dass es Euch gibt und umarme Euch mal.
Es grüsst Euch Eure Geli (angie1701)

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Würde mich über Kommentare sehr freuen...